Wie bleibe ich flüssig? (Liquiditäts- und Forderungsmanagement)


Viele Unternehmen finanzieren sich unter anderem über Lieferantenkredite. Dies ist de facto der günstigste Weg, sich zu finanzieren.

 

Wenn beispielsweise 60 Tage Zahlungsziel vereinbart wurden, die Ware nach wenigen Tagen verkauft wird und der Endabnehmer sofort bezahlt, so entsteht ein Finanzierungspolster von dem viele große Händler vor allem im Einzelhandel ausgezeichnet leben.

 

Was aber, wenn plötzlich in der Krise der Endabnehmer ausbleibt und die Lager voll bleiben?

 

Ich empfehle grundsätzlich jedem Unternehmer auf seine Liquidität zu achten und das Mahnwesen zu straffen. Viele können es sich nicht mehr leisten, auf Zahlungen für Lieferungen und Leistungen zu warten oder gar zu verzichten.

 

Meine Kunden (oder Schuldner?) teilen mir mit, dass Sie aufgrund von Corona nicht flüssig sind. Was soll ich tun?

 

Die Auswirkungen sind wahrlich tragisch, die Bundesregierung hat soeben (18.3., mittags) bekannt gegeben, dass sie „koste es, was es wolle“ bis zu 38 Milliarden Euro in die Wirtschaft pumpen wird.

 

Viele nutzen „Corona“ aber einfach als faule Ausrede. Wir stehen mehr oder weniger am Beginn der Krise. Viele waren vorher schon finanziell angeschlagen und konnten nicht allen finanziellen Verpflichtungen nachkommen.

 

Ich rate daher jedem Unternehmer sein Mahnwesen so zu straffen, dass unmittelbar nach Fälligkeit eine Zahlungserinnerung ausgeschickt wird. Dies reicht auch per Email.

Sollte nach der gewährten, aber kurzen Nachfrist keine Zahlung erfolgen, so empfiehlt sich eine „scharfe“ Mahnung, in der auch auf die Umstände hingewiesen wird, dass man selbst das Geld dringend benötigt. Diese sollte zusätzlich zum Mailversand auch per Post, eingeschrieben, verschickt werden. Der Nachweis, dass die Mahnung zugestellt wurde, kann in einem eventuellen Verfahren nützlich sein.

 

Was dann?

 

Sollte darauf nicht reagiert werden, so sollte die Forderung bereits einem entsprechenden Dienstleister, zB einem Inkassoinstitut übergeben werden.

 

Ein professionelles Inkassoinstitut wird die Forderung eintreiben und Mahnungen schicken sowie Ratenvereinbarungen abschließen. Sollte dies alles erfolglos sein, so bleibt nur die rasche Mahnklage, um einen rechtskräftigen Titel zu erlangen. So ein Titel behält seine Gültigkeit bis zu 30 Jahre und nur mit diesem kann man gerichtlich Exekution betreiben.

 

Das Inkassoinstitut beschäftigt sich laufend mit den notwendigen administrativen Dingen und behält alle Fristen im Auge.

 

So kann sich der Auftraggeber mehr oder weniger entspannt seinen Kernaufgaben und Kernkompetenzen widmen.

 

Ich stehe für Fragen rund um das Debitorenmanagement und seriöse Inkasso zur Verfügung.





zum Autor:

Dr. David Leisch, MBA ist Unternehmensberater in Wien und Niederösterreich.

Außerdem betreibt er unter anderem ein Inkassoinstitut und hilft Unternehmen dabei, Forderungen rasch und effektiv einzutreiben, um die Liquidität zu erhalten.

Seine Schwerpunkte sind die gerichtliche und auch außergerichtliche Sanierung von Unternehmen (als Schuldnervertreter) sowie die Finanzierung und Förderung von Investitionsprojekten (als Kreditvermittler und Berater).

Dr. Leisch ist unter anderem zertifizierter Certified Corporate Finance Expert und Experte in der Expertsgroup für Bonitätsmanagement und Controlling innerhalb der Fachgruppe der Unternehmensberater der WKÖ.

Kontakt: https://dr-leisch.at/kontakt